Periduralanästhesie (PDA): schmerzfreie Geburt?

Periduralanästhesie (PDA)
PDA - Schmerzfrei entbinden? 15674615 - PDA © Stephan Morrosch - Fotolia.com

Durch eine PDA kann der Geburtsschmerz gelindert werden. Doch birgt so eine Narkose auch Risiken? Hier alles über die PDA erfahren.

Die Periduralanästhesie oder auch kurz PDA ist eine lokale Betäubung zur Schmerzlinderung für die werdende Mutter während der Geburt. Eine Geburt kann ganz schön schmerzhaft sein. Die Wehen, das Pressen, der Kopf und die Schultern. Keine leichte Angelegenheit für Mutter und Kind. Hier erfahren Sie mehr über die Periduralanästhesie, wie sie funktioniert, für wen sie geeignet ist und welche Risiken sie mit sich bringt.

Die Periduralanästhesie ist ein Segen für viele Frauen. Die Mehrheit aller Schwangeren möchte immer noch auf natürliche Weise entbinden. Und dies auch aus gutem Grund. Hat die natürliche Geburt doch viele Vorteile gegenüber einem geplanten Kaiserschnitt. Jedoch ist der Schmerz nicht unerheblich. Helfen kann hier die sogenannte Periduralanästhesie. Durch eine örtliche Betäubung des Unterleibes wird der Geburtsschmerz weitestgehend ausgeschaltet.

Wie funktioniert eine Periduralanästhesie?

Eine Periduralanästhesie wird bei vielen verschiedenen Operationen angewendet, kann aber ebenso in der Geburtshilfe eingesetzt werden, um eine schmerzfreie Geburt zu ermöglichen. Das setzen der Periduralanästhesie wird folgendermaßen durchgeführt:

Die Periduralanästhesie wird Ihnen im Sitzen oder im seitlichen Liegen gespritzt. Dazu sollten Sie eine leicht gekrümmte Haltung einnehmen und sich entspannen. Als nächstes wird die Einstichstelle desinfiziert und örtlich betäubt. Ist die Stelle schmerzfrei, wird eine Hohlnadel zwischen zwei Wirbeln eingeführt, durch welche ein Katheter eingeschoben wird. Durch diesen wird dann das Betäubungsmittel in den sogenannten Periduralraum eingespritzt. Die Hohlnadel wird entfernt, der Katheter bleibt, was ein etwaiges nachdosieren ermöglicht.

Wann kann man die Periduralanästhesie einsetzen?

Zunächst sollte jede Schwangere versuchen, ohne Periduralanästhesie auszukommen. Bitten Sie jedoch explizit um eine Periduralanästhesie, wird man Ihrem Wunsch im Verlaufe der Geburt auch nachkommen. Wichtig dabei ist jedoch, den richtigen Zeitpunkt dafür zu finden. Man kann eine Periduralanästhesie nicht einfach so auf Verdacht spritzen. Es muss sichergestellt sein, dass die Geburt weiter voranschreitet. Daher wartet man ab, bis sich der Muttermund mindestens 3-4 cm geöffnet hat, um sicher zu gehen, dass die Geburt nicht ins Stocken gerät.

Einsetzen kann man die Periduralanästhesie auch bei Geburten, die sich über einen langen Zeitraum erstrecken. Dauert die Eröffnungsphase der Geburt mehrere Stunden, kostet Sie das sehr viel Kraft, bevor die eigentliche Geburt überhaupt losgeht. Dies kann Sie als Schwangere sehr schwächen. Hier kann die Periduralanästhesie Linderung schaffen, so dass Sie sich etwas entspannen können.

Vorteile einer Periduralanästhesie

Die Vorteile einer Periduralanästhesie haben wir für Sie hier aufgelistet:

  • Linderung der Wehen-Schmerzen
  • Sie erleben die Geburt (relativ) schmerzfrei und hautnah mit und liegen nicht auf einem OP Tisch
  • Durch den gelegten Katheter kann leicht nachgespritzt werden
  • Bei einer langen Eröffnungsphase kann eine Periduralanästhesie Ihnen Linderung verschaffen
  • Mit einer Periduralanästhesie kann auch im Notfall ein Kaiserschnitt durchgeführt werden
  • Bei Geburtsstillstand löst eine Periduralanästhesie die Muskelanspannungen

Nachteile, Risiken und Nebenwirkungen

Nachteiler einer Periduralanästhesie

Eine Periduralanästhesie kann nicht gelegt werden, wenn:

  • Allergien auf lokale Betäubungsmittel bestehen
  • Sie einen sehr niedrigen Blutdruck haben
  • Ihre Blut-Gerinnungswerte von der Norm abweichen
  • Wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist (Austreibungsphase), da so ein unterstützendes Pressen der Schwangeren nicht möglich ist
  • Sie über einen geringen Blutdruck verfügen

Bedenken Sie bei Ihrer Entscheidung für eine Periduralanästhesie ebenso, dass es eine gewisse Zeit dauern kann, bis die Vorbereitungen abgeschlossen sind und ein Anästhesist zur Verfügung steht. Somit kann unter Umständen schon mal eine gute Stunde vergehen.

Risiken und Nebenwirkungen einer Periduralanästhesie

Bei einer Periduralanästhesie können folgende Risiken und Nebenwirkungen auftreten:

  • Blutergüsse an der Einstichstelle
  • oder
  • starke Kopfschmerzen

Fazit: Eine Periduralanästhesie kann Ihnen bei einer langen Geburt oder sehr starken Schmerzen helfen, Kraft unter der Geburt zu tanken. Sie wirkt muskelentspannend und ist komplikationsarm.

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