Schwangerschaftsvorsorge

In der Schwangerschaft stehen eine Menge Termine bei Doc und Hebamme an. Welche das sind und warum man das alles wirklich braucht, steht hier!

Schwangerschaftsvorsorge
Die Schwangerschaftsvorsorge – Amazed pregnant woman © Gabriel Blaj – Fotolia.com

Mit einem positiven Schwangerschaftstest geht alles los! Plötzlich öffnet sich eine neue Welt. Nur gut, dass es die Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen gibt. Die Schwangerschaftsvorsorge ist eine Art der Gesundheitsfürsorge zum Wohle von Mutter und Kind während der Schwangerschaft. Durch die Schwangerschaftsvorsorge können Komplikationen frühzeitig erkannt und meist behandelt werden. Sie erstreckt sich über viele Gebiete und kann von Arzt / Ärztin oder Hebamme oder durch eine Kombination dieser durchgeführt werden. Die Schwangerschaftsvorsorge startet um die 8 Schwangerschaftswoche und endet mit der Geburt Ihres Kindes.

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Inhaltsverzeichnis

Ziel der Schwangerschaftsvorsorge

Ziel der Schwangerschaftsvorsorge ist die Erhaltung der Gesundheit von Mutter und Kind. Der Grundgedanke dabei ist das Überwachen einer normalen Schwangerschaft. Es besteht kein Handlungsbedarf, solange die pränatalen Untersuchungen ohne Befunde verlaufen.

Konsequenz der Schwangerschaftsvorsorge

Vorweg sei gesagt, dass die Möglichkeit besteht, einen Schwangerschaftsabbruch bei einem nicht komplikationsfreien Schwangerschaftsverlauf oder bei Missbildungen, Behinderungen oder weiteren Abweichungen herbei zu führen. Dies ist in Deutschland gesetzlich geregelt und darf bis zur 12. Woche durchgeführt werden. Sie sollten Sich vor all den Untersuchungen im Klaren sein, dass es einen Befund geben kann, der keine normale Schwangerschaft, normale Geburt oder ein normales Leben zulässt. Sie müssen für sich entscheiden, wie Sie im Falle eines nicht normalen Befundes reagieren. Befragt man dazu die werdenden Eltern, bekommt man die unterschiedlichsten Antworten. Fast alle Eltern wünschen sich ein gesundes Kind. Einige davon sind nicht bereit, ein behindertes Kind behalten zu wollen, für andere spielt es wiederum überhaupt keine Rolle, ob gesund oder nicht. Wie Sie dazu stehen, müssen Sie für sich selbst entscheiden.

Schwangerschaftsvorsorge beim Arzt oder bei der Hebamme?

Bei uns in Deutschland haben Schwangere einen gesetzlichen Anspruch auf eine Betreuung von Hebamme und Gynäkologe während und nach der Schwangerschaft. Ferner muss bei jeder Geburt eine Hebamme anwesend sein. Alle Hebammenleistungen werden von den Krankenkassen getragen. In den meisten Fällen haben Sie bereits einen Gynäkologen / eine Gynäkologin, bei dem Sie Ihre normalen Untersuchungen machen lassen. Auf Nachfrage wird Ihr Gynäkologe Ihnen eine Hebamme empfehlen. Oftmals gibt es eine duale Vorsorge von Hebamme und Gynäkologe. Des Weiteren gibt es Praxisgemeinschaften bestehend aus Hebamme und Gynäkologin. Hier können dann oftmals kombinierte Termine vergeben werden.


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    Schwangerschaftsvorsorge – Die Übersicht

    Das erwartet Sie in der Schwangerschaftsvorsorge

    Hier haben wir eine Übersicht der möglichen Untersuchungen zusammengestellt. Wie bereits erwähnt, können diese von Ihrem Gynäkologen oder Ihrer Hebamme durchgeführt werden.

    1. bis 2. Schwangerschaftswoche (SSW) – Beginn der letzten Rege

    Auch wenn man hier schon von Schwangerschaftswochen spricht, sind sie eigentlich noch nicht schwanger. Der Grund: Ein Zyklus beginnt immer mit dem 1. Tag der letzten Regelblutung. Da Sie aber keinesfalls während dieser Zeit fruchtbar sind (während Ihrer Regelblutung), können Sie auch nicht schwanger werden. Da ein neuer Zyklus jedoch mit dem ersten Tag der letzten Regelblutung beginnt, ist dies der Zyklus in dem Sie schwanger werden oder schwanger geworden sind. Daher tickt von nun an die Uhr und Sie befinden sich in den ersten beiden Schwangerschaftswochen. Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen finden zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht statt.

    3. Schwangerschaftswoche (SSW) – Eisprung und Befruchtung

    So, auf gehts! Sie sind bereit für eine Schwangerschaft. Sie haben die Phase erreicht, in der Sie Ihren Eisprung und Ihre fruchtbaren Tage haben. Nun können Sie schwanger werden. Wenn es zu einer erfolgreichen Befruchtung kommt, sind Sie von jetzt an schwanger. Ob es mit der Befruchtung geklappt hat, werden Sie in den nächsten Tagen spüren. Evtl. stellen sich erste Schwangerschaftsanzeichen ein. Wenn nicht, einfach von vorne beginnen. Übung macht den Meister. 😉

    8. bis 11. Schwangerschaftswoche (SSW) – Die erste Vorsorgeuntersuchung

    Nun ist es Gewiss. Sie sind schwanger und die erste Untersuchung in der Schwangerschaft steht bevor. Der erste Termin der Untersuchungen in der Schwangerschaft ist zugleich auch einer der längsten. Je nachdem, wie Sie sich entschieden haben, wird entweder Gynäkologin oder Hebamme Ihre Vorsorgeuntersuchung durchführen. Für die erste Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchung sollten Sie etwas mehr Zeit einplanen. Eine ausführliche Untersuchung, Aufklärung und das Anlegen des Mutterpasses kann bis zu einer halben Stunde in Anspruch nehmen. Die Untersuchungen und Aufklärungen bei der ersten Vorsorgeuntersuchung sind im Einzelnen:

    • Anlegen des Mutterpasses
    • Erstellung der Eigenanamnese und der Familienanamnese
    • Blutabnahme zur Bestimmung der Blutgruppe
    • der sogenannte Antikörpersuchtest
    • Bestimmung des Röteln-Titer
    • Chlamydienscreening im Urin
    • Bestimmung des HB-Wertes (Eisenmangel) im Blut
    • Beratung über eine ausgewogenen Ernährung in der Schwangerschaft
    • Aufklärung über die Wichtigkeit der Einnahme von Folsäure und Jod während der Schwangerschaft
    • Beratung über wichtige Nahrungsergänzungsmitteln in der Schwangerschaft
    • Durchführung eines HIV-Testes
    • Aufklärung über Sport in der Schwangerschaft und Reisen in der Schwangerschaft
    • Einschätzung und Beratungsgespräch über ein evtl. Berufsrisiko oder Berufsverbot während der Schwangerschaft

    9. bis 12. Schwangerschaftswoche (10. SSW) – Der 1. Ultraschall

    In der Zeit zwischen der 9. SSW und der 12. SSW steht der erste Ultraschall an. Hier werden routinemäßige Untersuchungen durchgeführt. Dazu zählt das Ausmessen des Kindes, Bestimmung der Fruchtwassermenge, Bestimmung der Plazenta-Beschaffenheit und die Lage des Kindes (Schädellage, Querlage, Beckenendlage)

    11. bis 12. Schwangerschaftswoche (11. SSW) – Chorionzottenbiopsie

    Die Chorionzottenbiopsie ist eine Vorsorgeuntersuchung zur Bestimmung chromosomal bedingter Abweichungen des Fötus. Diese Untersuchung wird nur dann angewendet, wenn ein auffälliger Befund bei Ultraschall oder bei der Nackenfaltenmessung festgestellt wurde. Eine ausführliche Erklärung über die Chorionzottenbiopsie finden Sie bei Wikipedia.

    12. bis 15. Schwangerschaftswoche (15. SSW) – Die 2. Vorsorgeuntersuchung

    In der zweiten Vorsorgeuntersuchung stehen weitere Untersuchungen an. Hier werden unter anderem gecheckt: Urin, Blutdruck, Gewicht und Fundusstand (Höhenstand der Gebärmutter). Des Weiteren sollten Sie nach Ödemen (Wassereinlagerungen) und Varizen (Krampfadern) abgesucht werden. Auch wenn die zweite Schwangerschaftsvorsorge – Untersuchung in der Schwangerschaft nicht mehr so zeitintensiv wie die erste Vorsorgeuntersuchung ist, ist sie dennoch eine wichtige Untersuchung im Laufe Ihrer Schwangerschaft.

    15. bis 17. Schwangerschaftswoche (16. SSW) – Fruchtwasserpunktion

    DNA Analyse, alle DNA-Abweichungen, Feststellungen Trisomie 13, 18, 21

    Hierzu demnächst ein gesonderter Artikel

    16. bis 19. Schwangerschaftswoche (19. SSW) – Die 3. Vorsorgeuntersuchung

    Eine weitere Routineuntersuchung bei welcher abermals Urin, Blutdruck, Gewicht und Fundusstand (Höhenstand der Gebärmutter) kontrolliert wird. Auch das Absuchen nach Ödemen (Wassereinlagerungen) und Varizen (Krampfadern) gehört dazu.

    17. bis 20. Schwangerschaftswoche (17. SSW) – Der Zahnarzt ruft

    Zeit, Ihren Zahnarzt aufzusuchen. Wenn Sie Karies haben sollten, kann sich dieser später auf Ihr Baby übertragen. Durch küssen, knuddeln und kutschen können die bösen Bakterien leicht über die Schleimhäute ausgetauscht werden. Sie fragen sich, warum Sie ausgerechnet jetzt zum Zahnarzt gehen sollten? Ganz einfach: Weil Sie bald keine Zeit mehr dafür haben werden…

    19. bis 22. Schwangerschaftswoche (21. SSW) – Der 2. Ultraschall

    Beim 2. Ultraschall werden, wie auch schon beim ersten Ultraschall, das Kind ausgemessen, die Fruchtwassermenge kontrolliert, die Plazentabeschaffenheit angeschaut, sowie die Lage des Kindes im Mutterleib. Zusätzlich wird ein sogenannter Organultraschall durchgeführt, wodurch alle Organe des Ungeborenen überprüft werden.

    20. Schwangerschaftswoche ( 20. SSW) – Anmeldung zum Geburtsvorbereitungskurs

    Auch wenn der eigentliche Geburtsvorbereitungskurs erst in der 28 SSW startet, sollten Sie sich frühzeitig im einen Platz in einem solchen Kurs bemühen. Die Geburtsvorbereitungskurse sind meistens sehr schnell belegt. Daher empfiehlt es sich, frühzeitig einen Platz zu reservieren.

    20. bis 23. Schwangerschaftswoche (21. SSW) – Die 4. Vorsorgeuntersuchung

    Eine weitere standardmäßige Vorsorgeuntersuchung. Stehen keine Komplikationen bei Ihnen an, werden hier genau dieselben Untersuchungen durchgeführt, wie Sie sie bereits von der 3. Vorsorgeuntersuchung her kennen.

    24. bis 27. Schwangerschaftswoche (24. SSW) – Die 5. Vorsorgeuntersuchung (Antikörpersuchtest)

    In der 5. Vorsorgeuntersuchung findet zu den standardmäßig durchgeführten Untersuchungen noch der sogenannte Antikörpersuchtest statt. Dieser ist jedoch nur erforderlich, wenn Sie als Schwangere eine Blutgruppe mit Rhesusfaktor negativ haben. Dieser Test ist enorm wichtig. Da sich bei der Geburt das Blut von Mutter und Kind teilweise vermischen kann es zu einer Rhesus-Inkompatibilität kommen. Dadurch kann es zur Auflösung kindlicher roter Blutkörper kommen.

    25. bis 28. Schwangerschaftswoche (25. SSW) – Beginn des Geburtsvorbereitungskurses

    Spätestens jetzt sollten Sie mit dem Geburtsvorbereitungskurs beginnen. In diesem Kurs werden Ihnen wichtige Themen rund um die Schwangerschaft, die Geburt, das Stillen, die Säuglingspflege, sowie die richtige Atemtechnik während der Geburt erläutert.

    24. bis 28. Schwangerschaftswoche (24. SSW) – Oraler Glukosetoleranztest

    In der 24. SSW bis zur 28. SSW sollte ein oraler Glukosetoleranztest vorgenommen werden. Dieser Test wird empfohlen, um eine Schwangerschafts-Diabetes auszuschließen. Auch wenn Sie vorher nie etwas mit Diabetes zu tun hatten, kann es in der Schwangerschaft plötzlich zu einer solchen kommen. Man spricht hier von einer Schwangerschaftsdiabetes, die während der Schwangerschaft behandelt werden muss, nach der Schwangerschaft jedoch meist wieder von alleine verschwindet.

    28. bis 29. Schwangerschaftswoche (28. SSW) – Die 6. Vorsorgeuntersuchung mit CTG

    Ab der 28. SSW wird zweiwöchentlich ein CTG an der Schwangeren vorgenommen. Hierbei werden die Herztöne des ungeborenen Kindes über die Bauchdecke der Mutter abgeleitet und aufgezeichnet. Bis zur 28. SSW wurden die Herztöne rein über die Ultraschall-Vorsorgeuntersuchung gemessen. Durch die Messung mit einem CTG kann eine wesentlich genauere Aufzeichnung vorgenommen werden. Man wartet bis zur 28. SSW, da das Kind eine gewisse Größe braucht, um mit einem CTG ein auswertbares Ergebnis erzielen zu können. Während der Messung zeichnet das Gerät die Herztöne zur anschließenden Auswertung auf. Dies ist bei einer normalen Ultraschall-Untersuchung nicht der Fall. Die Herztöne des ungeborenen Kindes sollten sich in dem Bereich zwischen 120 bis 160 Schläge pro Minute(bpm) befinden. Stellenweise sind Ausschläge über 160 bpm hinaus (180 bpm, 200 bpm) ebenfalls in Ordnung, beispielsweise wenn sich das Kind im Moment der Messung bewegt. Sinkt der Herzschlag unter 120 bis 100 bpm ist dies Anlass zur genaueren Untersuchung und Ursachenfeststellung.

    Des Weiteren wird mit dem CTG auch die Wehen-Tätigkeit der Mutter überwacht. Bei einem normalen Verlauf einer Schwangerschaft sollten Sie bis zur 36. SSW keinerlei Wehentätigkeit spüren.

    29. bis 32. Schwangerschaftswoche (21. SSW) – Der 3. Ultraschall

    Die letzte Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaftsvorsorge. Hier werden abermals sämtliche Funktionen Ihres kleinen Schatzes überprüft.

    30. bis 31. Schwangerschaftswoche (30. SSW), sowie 32. bis 33. Schwangerschaftswoche (32. SSW) – Die 7. und 8. Vorsorgeuntersuchung

    Untersuchungen: CTG, allgemeine Schwangerschaftsvorsoge

    34. bis 35. Schwangerschaftswoche (34. SSW) – Die 9. Vorsorgeuntersuchung

    Beginn Mutterschutz. Untersuchungen: CTG, allgemeine Schwangerschaftsvorsorge, evtl. geburtsvorbereitende Akupunktur

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    36. bis 37. Schwangerschaftswoche (36. SSW), sowie 38. bis 39. Schwangerschaftswoche (38. SSW) – Die 10. und 11.Vorsorgeuntersuchung

    Untersuchungen: CTG, allgemeine Schwangerschaftsvorsorge, evtl. geburtsvorbereitende Akupunktur

    40. Schwangerschaftswoche (40. SSW) – Die 12. Vorsorgeuntersuchung

    Untersuchungen: CTG, allgemeine Schwangerschaftsvorsorge, evtl. geburtsvorbereitende Akupunktur. Das ist das, was Sie noch vor der Geburt Ihres Babys erwartet. Sie sitzen jetzt schon seit ein paar Wochen auf heißen Kohlen und warten darauf, dass es endlich losgeht. Nun ist es endlich soweit.

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