Nasenspray in der Schwangerschaft: Ratgeber

Nasenspray in der Schwangerschaft
Was ist bei einer Erkältung? Darf ich Nasenspray in der Schwangerschaft verwenden?

Unsere Nase filtert ständig die Luft, die eingeatmet wird. Dabei werden auch Schmutz, Staub oder Keime aufgenommen. Die Schleimhäute filtern diese Partikel und Organismen dann heraus.

Doch oft kommt es zu einem Anschwellen der Nasenschleimhäute. Die Atmung wird behindert und viele Menschen fühlen sich dadurch beeinträchtigt.

Gerade in der Schwangerschaft ist Nasenspray ein nicht zu unterschätzendes Thema. Alles was dazu wichtig ist, erfahrt Ihr hier.

Was passiert während der Schwangerschaft im Körper?

Täglich greifen Zehntausende in Deutschland zum Nasenspray. Viele sind erkrankt und nutzen es deshalb, doch auch viele sind von dem Sprühstoß abhängig.

Gerade für Schwangere ist es wichtig, auf einzunehmende Medikamente zu achten oder gänzlich darauf zu verzichten.
Für viele Schwangere ist der positive Test ein einschneidendes Erlebnis. Glückshormone werden ausgeschüttet. Mit der Zeit wächst der Bauch, die ersten Bewegungen des Kindes sind spürbar. Doch im Laufe der Schwangerschaft können auch lästige Symptome hinzukommen.

Dazu zählt auch eine verstopfte Nase. Durch einen veränderten Hormonhaushalt, Progesteron und Östrogen werden vermehrt produziert und die damit verbundene erhöhte Blutmenge im Körper, schwellen die Schleimhäute im Körper der Frau an. Auch die Schleimhaut der Nase ist davon betroffen.

Gerade im letzten Schwangerschaftsdrittel ist die zirkulierende Blutmenge teils stark erhöht und deshalb klagen viele Schwangere über eine verstopfte Nase. In der Regel entspannt sich diese Symptomatik aber einige Tage oder Wochen nach der Geburt wieder und die Nase ist mehr nicht verstopft.

Beeinträchtigtes Immunsystem als Grund für beeinträchtigte Atmung

Aber auch durch eine Allergie oder eine Erkältung kann die Atmung durch die Nase beeinträchtigt sein. Gerade in der Schwangerschaft ist das Immunsystem oft beeinträchtigt und fährt herunter.

Dadurch sind viele Schwangere in dieser Zeit vermehrt von grippalen Infekten betroffen. Bei einer Erkältung, einer Grippe oder einer Nasennebenhöhlenentzündung ist dann auch oft die Atmung durch die Nase beeinträchtigt.

Die Schleimhäute schwellen durch den Virenbefall an und produzieren vermehrt Schleim, der die Viren beziehungsweise Bakterien und Keime beseitigen soll.

Nasenspray während der Schwangerschaft nutzen

Falls die Situation eintritt und die Nasenschleimhaut angeschwollen ist, sollte unbedingt mit einem Arzt über die Behandlung der Symptome gesprochen. Ist der Grund für die beeinträchtigte Atmung eine Erkältung, werden die Symptome nach kurzer Zeit wieder abklingen.

Sind jedoch die Hormone der Auslöser, sollte sorgsam mit Medikamenten umgegangen werden, insbesondere auch mit Nasenspray und Nasentropfen.

Nasensprays haben eine abschwellende Wirkung. Dieser Effekt wird allerdings im gesamten Körper ausgelöst und betrifft auch die Plazenta. Auch dort ziehen sich die Blutgefäße zusammen. Dadurch kann sogar die Blutversorgung des Kindes gemindert werden.

Daher sollte nicht einfach ein Nasenspray genutzt werden. Vor Nutzung dieser freiverkäuflichen Medikamente sollte trotz dessen ein Arzt um Rat gefragt werden. Dieser kann die Vor- und Nachteile der Medikamente besser einschätzen.

Grundsätzlich kann auch ein Nasenspray in der Schwangerschaft genutzt werden, wenn es sich bei der Nutzungsdauer nur um ein paar Tage handelt. Am besten dafür geeignet sind allerdings Meerwasser-Nasensprays. Diese enthalten kein Xylometazolin, sondern Meerwasser.

Sie sind ebenfalls frei verkäuflich und befeuchten die Nasenschleimhaut nur. Meerwasser-Nasensprays sorgen ebenfalls für eine optimale Reinigung der Nasenhöhlen.

Der Schleim und Schadstoffe können somit bestens abfließen.

Warum sollten Nasensprays in der Schwangerschaft nicht genutzt werden?

In den meisten frei verkäuflichen Nasensprays, die in der Apotheke erhältlich sind, handelt es sich um Präparate mit dem Wirkstoff Xylometazolin. Xylometazolin ist Sympathomimetikum, welches lokal angewandt wird. Durch die vasokonstriktorische (gefäßverengende) Wirkung kommt es zu einem Abschwellen der Nasenschleimhaut.

Mittlerweile werden über viele Websites Informationen über Medikamente und deren Wirkungen beziehungsweise Wechselwirkungen weitergegeben. Auch die Charité in Berlin hat so eine Website ins Leben gerufen.

Viele Ärzte richten sich auch nach diesen Angaben. Dort wird über einen hohen Erfahrungsumfang mit der Nasenspraynutzung im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft berichtet.

Wirkungen von Xylometazolin auf die Schwangere und das ungeborene Kind

So gibt es für das erste Trimenon, also dem ersten Drittel der Schwangerschaft, keine Meldungen über schadhafte Wirkungen durch den Einsatz von Nasenspray mit Xylometazolin als Wirkstoff.

Im zweiten und dritten Trimenon hingegen kann, laut Aussage der Website Embryotox.de, eine gefäßverengende Wirkung bei höherer Dosierung des Nasensprays nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können eine Bradykardie (verlangsamter Herzschlag), aber auch eine Durchblutungsstörung der Plazenta nicht vollkommen ausgeschlossen werden.

Außerdem kann die Nutzung von Nasenspray, gerade in der Schwangerschaft, schnell zu einer Abhängigkeit führen. Denn in der Schwangerschaft leiden viele Schwangere mehrere Wochen, wenn nicht sogar Monate unter der beeinträchtigten Nasenatmung.

Bei einer Erkältung hingegen handelt es sich nur um ein paar wenige Tage. So ist die Versuchung oft groß, das Nasenspray immer wieder und jeden Tag zu nutzen. Die Nase gewöhnt sich schnell an die Nutzung von Nasenspray. Die Schleimhäute schwellen dann ohne Nasenspray sofort wieder an.

Ein Teufelskreis hat sich gebildet. Dadurch kann ein chronischer Schnupfen, aber auch Nasenbluten entstehen.

Alternativen für Nasensprays in der Schwangerschaft

Was also tun, wenn die Nase in der verstopft ist? Sie sich erkältet haben und nun nicht mehr durch die Nase atmen können?
Einige Methoden für eine freie Nasenatmung auf den ersten Blick:

  • Nasenspülung mit Nasensalz
  • Inhalieren
  • Erkältungsbäder
  • viel trinken
  • mit erhöhtem Oberkörper schlafen

Für die Nasenspraynutzung gibt es viele Alternativen. Leidet man unter einem grippalen Infekt, ist die Nasenatmung nur für einen kurzen und absehbaren Zeitraum behindert. Dagegen helfen oft eine Nasendusche mit Nasenspülsatz oder aber auch das Inhalieren mit einer Kochsalzlösung.

Ebenso können ein Erkältungsbad oder ein Dampfbad mit Meersalz Abhilfe schaffen. Auch können ätherische Öle genutzt werden, indem diese auf ein Taschentuch geträufelt werden und man anschließend daran riecht.

Egal aus welchem Grund Sie in der Schwangerschaft unter einer verstopften Nase leiden, sollten Sie stets darauf achten, dass Sie viel trinken. Hinzu kommt, dass die Raumluft relativ feucht sein sollte.

Gerade in der fortgeschrittenen Schwangerschaft kann es außerdem sehr hilfreich sein, mit erhöhtem Oberkörper zu schlafen. So kann besser auch durch die Nase geatmet werden. Gleichzeitig verhindert die erhöhte Lage des Oberkörpers das oft übliche Sodbrennen in der Schwangerschaft.

Fazit

Vielen Schwangere sind sich der Wirkungen von Medikamenten auf ihr ungeborenes Kind stets bewusst. Doch gerade bei frei verkäuflichen Präparaten, wie auch das Nasenspray, wird oft nicht darüber nachgedacht.

In der Schwangerschaft sollte jede Medikamenteneinnahme hinterfragt und mit einem Arzt abgeklärt werden. Schwangere sollten, wenn möglich, auf Nasenspray verzichten und andere Methoden nutzen, um die Nasenschleimhaut abschwellen zu lassen.

Ist die beeinträchtigte Nasenatmung durch die Schwangerschaft begründet, ist die verstopfte Nase auch spätestens einige Wochen nach der Geburt rückläufig.

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Über Franziska 4 Artikel
Franziska ist Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen. Ihre Leidenschaft liegt in den Bereichen Schwangerschaft, Erziehung und Familienleben.